Arbeitskreise

26. GESUS-Kongress

« Traditionen und Erneuerungen »

Montpellier, vom 5-7 April 2018

 

Liste der Arbeitskreise

Hier werden die Themen der angemeldeten Arbeitskreise aufgelistet, nach der Auflistung erfolgen deren Beschreibungen.

Die Anmeldung von Vorträgen zu einem oder zu mehreren Arbeitskreisen erfolgt über das auf dieser Seite verfügbare Formular. Abstracts (200-500 Wörter) zu Ihren Vorträgen bitten wir Sie, bis zum 16.2.2018 an die Adresse gesus2018montpellier@gmail.com zu schicken – vielen Dank!

Sollten die OrganisatorINNen der Arbeitskreise eine zusätzliche separate Anmeldung (ggf. mit Abstract) wünschen, so steht dies im jeweiligen Kommentar.

 

Sektion A: Sprachwissenschaftliche Sektion

AK1: Historische Linguistik
AK 2: Vergleichende Grammatikforschung (Syntax, Morphologie, Phonologie)
AK 3: Lexikologie
AK 4: Korpuslinguistik diachron
AK 5: Kognitive Linguistik

Sektion B: Didaktik

AK 6: Deutsch als Fremdsprache, Fremdsprachendidaktik

 

Sektion C: Interdisziplinäre Arbeitskreise

AK 7: Diskursive Zusammenhänge
AK 8: Übersetzungswissenschaften und Literatur
AK 9: Theolinguistik

 

Sektion D: Allgemeine Sektion

 

Sektion E: Nachwuchsförderung

AK 10: Modul für Nachwuchswissenschaftler*innen

 

Beschreibung der einzelnen Arbeitskreise

 

A: Sprachwissenschaftliche Sektion

AK1: Historische Linguistik

Bela Brogyanyi (Universität Freiburg)

Eystein Dahl (UiT/Norges Arktiske Universitet, Tromsø)

Die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft steht seit ihrer Entstehung stets unter der auch für diese Tagung gewählten Devise „Tradition und Erneuerung“.

„Wie 1916 als Geburtsjahr der modernen Sprachwissenschaft bezeichnet werden kann, so kann 1816 als Gründungsjahr der neueren Sprachwissenschaft überhaupt betrachtet werden. 1816 erschien das Erstlingswerk von FRANZ BOPP (1791-1867) unter dem Titel: ‚Über das Conjugationssystem der Sanskritsprache in Vergleichung mit jenem der griechischen, lateinischen, persischen und germanischen Sprache‘ “ (Szemerényi, Richtungen der modernen Sprachwissenschaft, I: Von Saussure bis Bloomfield, 1916-1950, Heidelberg 1971: 11). Bis dahin war die sprachwissenschaftliche Forschung im Grunde auf die synchrone Analyse der jeweiligen Sprache beschränkt. Nun aber etablierte sich ein theoretisch begründetes Verfahren zur Beschreibung früherer Sprachzustände, das auch der Gestalt von Sprache als historisch entwickeltem Ganzen Rechnung trug.

In den hundert Jahren zwischen 1816 und 1916 wechselten sich mehrere Wissenschaftsparadigmen im Sinne von Thomas Kuhn (1922-1996) ab (Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, Frankfurt am Main 1967, 201223). Einen wichtigen Wendepunkt stellte in der Epoche nach Bopp das Wirken von August Schleicher (1821-1868) dar, der die Sprachwissenschaft als Naturwissenschaft aufgefasst haben wollte. Schleicher hat darwinistische Ideen in die Sprachwissenschaft eingebracht, wobei er betonte, dass die Sprache das hervorstechendste Merkmal des „Menschseins“ darstellt. Dieses Faktum wird bis heute anerkannt. Die moderne Forschung zeigt, dass viele Bereiche der Sprache nur mit naturwissenschaftlichen Methoden zu ergründen sind, hinsichtlich ihrer formalisierten Beschreibungen und Schlussfolgerungen nähert sich die Sprachwissenschaft aber auch der formalen Logik, während sich andere Bereiche mit gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen überlappen.

Das Junggrammatische Manifesto von 1878 (Morphologische Untersuchungen 1, 1978, XIII) hat ein neues Paradigma gesetzt, das bis heute mit Modifizierungen gültig ist, d.h. als praktische Prämisse gilt die strenge Materialorientiertheit und als theoretische Prämisse die Gesetzmäßigkeit des Sprachwandels. Die grammatischen Werke, die in diesem Sinne abgefasst wurden, erscheinen bis heute als maßgebend (vgl. bes. Hermann Paul, Prinzipien der Sprachgeschichte, Tübingen 18801, 19688).

1916 ist das Erscheinungsjahr von de Saussures Grundlagenwerk, das die Linguistik nachhaltig verändert hat. FERDINAND DE SAUSSURE (1851-1913) hat durch die von seinen Schülern angefertigten und herausgegebenen Vorlesungsnachschriften (Cours de linguistique générale, 1916) die Linguistik revolutioniert. Damit wurde das Postulat der Trennung von Diachronie und Synchronie eingeführt, wenn auch etwa die Hälfte von de Saussures Werk der Diachronie gewidmet ist.

Der Prager funktionale Strukturalismus und der amerikanische Strukturalismus haben auch für die historische Linguistik entscheidende Impulse geliefert. Der amerikanische Strukturalismus gipfelte in der von NOAM CHOMSKY begründeten generativen Grammatik, die auf allen Gebieten der historischen Linguistik zu einer Erneuerung geführt hat. Sprachtypologische Forschungen und die Suche nach Universalien im Sprachgeschehen sind ein integraler Bestandteil der historischen Linguistik geworden. Ein gutes Beispiel der Einheit der allgemeinen und historischvergleichenden Sprachwissenschaft stellt die Arbeit von OSWALD SZEMERÉNYI (1913-1996) dar, der sich besonders auf den Prager Strukturalismus gestützt hat, und zwar v.a. auf die Forschungsergebnisse von NIKOLAJ TRUBETZKOY (1890-1938) und Roman Jakobson (1896-1982), und auch der Sprachtypologie und Universalien-forschung in der historischen Linguistik ihren gebührenden Platz eingeräumt hat.

Eine Erneuerung der historischen Linguistik hat auch Szemerényis Einführung in die vergleichende Sprachwissenschaft (Darmstadt 1971) eingeleitet (Introduction to Indo-European Linguistics, englische Übersetzung auf der Grundlage der 4. erweiterten deutschen Auflage von 1990, erschienen 1996 in Oxford). Und von der Lebendig-keit der historischen Linguistik zeugen auch die seither erschienenen vielen Einführungen und Gesamtdarstellungen des Faches, die hier nicht einzeln angeführt werden können. Einen eindrucksvollen Beweis für dessen kontinuierliche Entwicklung liefert das im Erscheinen begriffene groß angelegte Werk Handbook of Comparative and Historical Indo-European Linguistics, ed. bei Jared Klein et al., (HSK 41,1-2; Berlin–Boston 2017, 41,3, 2018).

Die historische Linguistik ist somit seit ihrer Entstehung bis heute der Tradition und Erneuerung verpflichtet, denn nur in dieser Konstellation kann ein Fortschritt erzielt werden.

Für das an der GESUS-Jahrestagung 2018 in Montpellier geplante Workshop der Sektion für Historische Linguistik sind zwei Blöcke geplant: 1. Die historische Linguistik im Spannungsfeld von Tradition und Erneuerung, 2. Die Praxis der historischen Linguistik.

Die Vorträge der Sektion sollen an zwei Nachmittagen (14,00-18,00) stattfinden.

Anmeldungen zur Sektion sollen an die Organisatoren der Sektion gerichtet werden. Die Anmeldungen zu einem Vortrag sollen ein Abstract von mindestens 20-30 Zeilen enthalten.

Die Vorträge dieser Sektion möchten wir dann in einem separaten Band herausgeben.

Unabhängig von der Anmeldung zur Sektion soll sich jeder Teilnehmer auf der GESUS-Seite im Internet informieren und sich auch zentral zur Tagung anmelden.

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme.

AK 2: Vergleichende Grammatikforschung (Syntax, Morphologie, Phonologie)

Marie-Laure Durand, Université Paul Valéry Montpellier 3

Peter Oehl, Wuppertal

In diesem sprachwissenschaftlichen Arbeitskreis sollen Beiträge präsentiert werden, die sich deskriptiv oder explanativ mit vergleichender Grammatikforschung beschäftigen. Der Begriff ‘Vergleich’ ist hierbei recht weit gefasst: Es können zum einen kontrastive Untersuchungen verschiedener Einzelsprachen präsentiert werden, zum anderen auch solche, die sich mit Universalien oder aber mit explizit einzelsprachlichen Phänomenen befassen. Auch der Vergleich unterschiedlicher Erklärungsmodelle bildet einen möglichen Ansatz. Hierbei kann man sich auf syntaktische, morphologische oder auch phonologische Phänomene beziehen. Sowohl deskriptive Analysen als auch funktionale und formale Erklärungsansätze sind willkommen, die durchaus linguistische Nachbardisziplinen (Semantik, Pragmatik) berühren können. Der Sprachvergleich kann sich auf Sprachen unterschiedlichen Typs beziehen, oder auch auf Varietäten (Dialekte, Soziolekte, Historiolekte).

Kontaktinformation für Fragen zum Inhalt: PD Dr. Peter Öhl (oehl@gesus-info.de)
Anmeldungen bitte an die lokale Tagungsorganisation

AK 3: Lexikologie

Sylvain Farges, Université Lyon II Louis Lumière

Sprachkontaktbedingt tragen die Anglizismen überwiegend zur Entwicklung des deutschen Wortschatzes bei. Das Deutsche nimmt allerdings Fremdwörter aus anderen Sprachen auf, wie dem Französischen, dem Chinesischen (Sons, 2010), dem Lateinischen (Corbellari, 2011), usw. Entlehnungen kommen sowohl in der Alltagssprache als auch in gewissen Terminologien, wie jener der Gastronomie (Kauffer, 2014) oder der Chemie (Banionytė,2008), vor. Unumstritten ist also die Rolle der Entlehnungen in der Bereicherung einer Sprache, hier des Deutschen.

Die Typologie der Entlehungen wirft allerdings etliche Fragen auf: wo soll die Grenze zwischen der Lehnschöpfung und der Scheinentlehnung (Winter, 2005) oder zwischen Code-Switching und Entlehnung (Ladilova, 2013) beispielsweise gezogen werden ?

Im Workshop soll die Bereicherung einer Sprache durch Entlehnungen (ob lexikalischer, morphologischer oder syntaktischer Art) am Beispiel des Deutschen in zweifacher Hinsicht untersucht werden:

-In Hinsicht auf die Sprachentwicklung kann man sich zum Beispiel fragen, ab wann ein Fremdwort nicht mehr als solches wahrgenommen wird/ werden sollte? Wie und nach welchen Mustern werden neue Wörter auf der Grundlage von Entlehnungen gebildet (Balnat, 2013, 2013 ; Eisenberg, 2012)? Nach welchen Kriterien wird der Genus einer Entlehnung bestimmt (Onysko, Callies, Ogierman, 2013)? Welche Kriterien entscheiden über die Integration der Neubildungen in die Nehmersprache (Winter-Froemel, Onysko, Calude, 2014; zum Französischen: Farge, 2011)?

-in methodologischer Hinsicht kann beleuchtet werden, inwiefern und insbesondere wie die Korpuslinguistik, insbesondere Arbeitsmittel wie das DeReKo zur Analyse beitragen können. Kann eine Quantitative Herangehensweise in einem korpusbasierten Verfahren helfen, die Integration von Entlehnungen ins Deutsche diachron zu untersuchen?

Dieser Vorschlag soll natürlich nicht als exklusiv verstanden werden: andere Zugänge zur Lexikologie, die sich mit dem Thema der Tradition und Erneuerung im Deutschen befassen, sind willkommen.

Zur bibliographischen Orientierung:

Balnat, V., 2013, „Les mots brefs empruntés à l’anglais en allemand contemporain: un bref tour d’horizon“. In Kriegel, S., & Georges Daniel, V., Contacts de langue, langues en contact, Travaux du Cercle Linguistique d’Aix-en-Provence, Vol 24, 267-277 <hal-01473342>

Balnat, V., 2012, „L’emprunt de procédés de formation lexicale est-il possible? Le cas de l’abrègement des mots en allemand, en français et en anglais“. In: Niklas-Salminen, A., Steuckardt, A., Les langues germaniques, Travaux du Cercle Linguistique d’Aix-en-Provence, Vol. 23, 181-191 <hal-01473358>

Banionytė, , V., 2008, „Zur Terminologie und zum Wortschatz der deutschen Fachsprache der Chemie“. In: Santalka. Filologija. Edukologija, Vol. 16/n°4, 4-11

Corbellari, M., 2011, „Emprunts du français et de l’allemand au latin. Vrais et faux amis“. In: Traduire, Vol. 224 (Online gestellt, am 03.02.2014, aufgerufen am 23.11. 2017. URL: http:// traduire.revues.org/218 ; DOI : 10.4000/traduire.218)

Eisenberg, P., 2012, Das Fremdwort im Deutschen, De Gruyer, Berlin/New York (Zweite Auflage)

Farge, S., 2011, „Contrainte et originalité : deux facteurs déterminants du devenir des emprunts en français“. In: Gouriou-Atauje, C. (Hg), Traduire, Des outils et des nuages, 109-120

Fuhrhop, N., Werner, M., 2016, „Die Zukunft der Derivation oder: Derivation 2.0“, Linguistik Online, Vol. 77/3, 129-150

Kauffer, M., 2014, “Le lexique de la gastronomie en allemand : complexité et emprunts au français”. In: Lardellier, P. (Hg), Le Discours et la Langue, Parlers de table et discours alimentaires, 159-173 〈halshs-00947085〉

Ladilova, A., 2013, „Zwischen Code-Switching-Phänomenen und Entlehnungen: ein fließender Übergang“. Online-Zugang, keine bibliographische Angabe:

https://www.academia.edu/25015527/Zwischen_Code-Switching-Ph%C3%A4nomenen_und_Entlehnungen_ein_flie%C3%9Fender_%C3%9Cbergang

Onysko, A., Callies, M., Ogierman, E., 2013, „Gender Variation of Anglicisms in German: The Influence of Cognitive Factors and Regional Varieties“. In: Poznan Studies in contemporary linguistics, Vol. 49/ 1, 103-136

Sons, A., 1998, „Aneignung des Fremden. Entlehnungen aus dem Chinesischen“. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik, Vol. 26/ 2, 155-176

Winter, E., 2005, „Zum Verhältnis sprachkontaktinduzierter Innovationen lexikalischer Entlehnungen und fremder Wörter –zugleich ein Beitrag zu ‚Lehnschöpfung‘ und ‚Scheinentlehnung‘“. In: Romanistisches Jahrbuch, Vol. 56, De Gruyter, 31-62

Winter-Froemel, E., Onysko, A., Calude, E., 2014, „Why some non-catachrestic borrowings are more successful than others: A case study of English loans in German“. In: Koll-Stobbe, A, Knospe, S. (Hg), Language contact around the globe, Peter Lang: Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 119-144

AK 4: Korpuslinguistik diachron

Sascha Diwersy, Praxiling UMR 5267 CNRS – Université Paul Valéry Montpellier 3

Francesca Frontini, Praxiling UMR 5267 CNRS – Université Paul Valéry Montpellier 3

Gegenstand der Arbeitsgruppe ist der Einsatz korpuslinguistischer Methoden zur Erforschung der deutschen Sprache aus diachroner Perspektive. Die Beiträge können sich sowohl auf ältere Sprachstufen als auch auf Innovationsprozesse in der Gegenwartssprache beziehen und sollten in mindestens einem der folgenden Themenbereiche angesiedelt sein:

  • Konzeption sowie Edition von Korpora gemäß anerkannter Standards
  • Morphosyntaktische / Morphologische, syntaktische, semantische oder pragmatische Korpusannotation
  • Lexikostatistische Verfahren der Korpusauswertung

Die geplante Dauer der Vorträge beträgt 25 oder 50 Minuten. Vortragssprachen sind Deutsch, Französisch und Englisch.

AK 5: Kognitive Linguistik

Katharina Mucha, Paris Sorbonne Nouvelle.

In dem Arbeitskreis Kognitive Linguistik werden kognitionslinguistische Ansätze auf interdisziplinäre Verknüpfungs- und Anwendungsmöglichkeiten geprüft, vorgestellt und diskutiert. Arbeiten und Projekte können hier mit Blick auf methodische und theroretische Abwägungen und Ideen präsentiert werden. Möglichkeiten der interdisziplinären Verknüpfungen ergeben sich bspw. durch Brückenschläge zu Forschungen im Bereich der

  • Philosophie
  • Soziologie
  • Psychologie
  • Literatur- und Medienwissenschaft
  • Politikwissenschaft
  • Intersubjektivität, Selbst, Subjekt, Gesellschaft
  • Didaktik
  • (sprachvergleichenden) Diskursanalyse

Kognitionslinguistische Ansätze können bspw. aus dem Bereich der kognitiven Grammatik Langackers, der kognitiven Semantik Talmys, der Frame Semantik Fillmores, konstruktionsgrammatischer Strömungen, der Mental Space Theory Fauconniers, der Conceptual Integration Theory Fauconniers & Turners, neurowissenschaftlicher Forschung, der Embodied Cognition, der Perzeptions-, Perspektiven-, Interaktionsforschung u.v.m. kommen.

Ein besonderes Gewicht kann dabei auf Fragestellungen liegen, die in den Bereich der Didaktik fallen. Hier liegt weitgehend ein Desiderat vor, d.i. die kognitionslinguistische Forschung ist bisher nicht ausreichend in den didaktischen Bereich der Germanistik vorgedrungen. Wie lassen sich kognitionslinguistische Formate sowohl an sich als auch in ihrer interdisziplinären Anwendungsvielfalt für den didaktischen Kontext aufbereiten? Wie und mit Blick auf welche einerseits grammatischen andererseits thematischen Inhalte kann mit SchülerInnen und StudentInnen gearbeitet werden? Welche methodischen Vorgehensweisen können entwickelt werden, welche Arbeitsaufgaben lassen sich stellen, und wie können entsprechende Produkte sinnvoll evaluiert werden?

Literaturinspirationen: https://drive.google.com/open?id=1hcja7YTukLa7Mu4vMLZ0UKn_mt0v6Uz5

Bitte senden Sie Beitragsvorschläge mit einer Länge von bis zu 500 Wörter (exkl. Literaturverzeichnis) an die Organisatoren der Tagung und an katharina.mucha@upb.de.

Inspiration für eine Abstract-Checkliste:

  1. Hintergrundinformationen und kurzer Einblick in bisherige Arbeiten
  2. Ziel und Bedeutung der Untersuchung
  3. Wissenschaftliche Originalität der Ansatzes
  4. Präsentation von Material und Methodologie (inbes. bei empirischen Arbeiten)
  5. Kurzüberblick über Ergebnisse
  6. Diskussion und Fazit

 

Sektion B: Didaktik

AK 6: Deutsch als Fremdsprache, Fremdsprachendidaktik

Nathalie Schnitzer, Aix Marseille Université

Antje Gualberto, Université Strasbourg

In Frankreich kann die Germanistik auf eine langjährige Tradition zurückblicken. Seit der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags 1963 verfügt die deutsche Sprache sogar über einen Sonderstatus in der französischen Fremdsprachenlandschaft. Doch allen Bemühungen um die Sprache des Partners zum Trotz ist seit zwanzig Jahren die Zahl der Studierenden im Rückgang. Die Vertreter dieser Fachrichtung können sich also keineswegs auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern müssen vielmehr nach neuen Wegen suchen, um die Attraktivität einer Disziplin zu steigern, die oft als schwierig und wenig reizvoll empfunden wird. Im schulischen Bereich hat zwar vor einigen Jahren die kommunikative Wende zu einer grundlegenden Umgestaltung des Fremdsprachenunterrichts geführt, allerdings ohne das Ansehen der deutschen Sprache wesentlich zu verbessern. Außerdem geschah die relative Steigerung der kommunikativen Fertigkeiten bei den Lernenden zum Teil auf Kosten der grammatikalischen und lexikalischen Kenntnisse, was den Übergang zum Hochschulstudium nicht gerade erleichterte. Hier stellt sich also die Frage nach dem richtigen Maß an didaktischer Innovation. Die Notwendigkeit, neue Unterrichtsmodelle zu entwickeln, wird kaum jemand bestreiten. Diese sollten dennoch auf Forschungsebene genau sondiert und in der Unterrichtspraxis auf eventuelle unerwünschte Nebenwirkungen überprüft werden.

Diese Arbeitsgruppe bietet die Gelegenheit zum länderübergreifenden Austausch unterschiedlicher Erfahrungen mit innovativen Lehrmethoden für den DaF-Unterricht im schulischen sowie im universitären Bereich. Dem Motto der diesjährigen Tagung entsprechend sind alle Beiträge willkommen, die sich mit „Tradition und Erneuerung“ im Fremdsprachenunterricht beschäftigen. In den Referaten könnten Themen und Fragestellungen wie zum Beispiel die Folgenden im Mittelpunkt stehen:

  • Sprachunterricht und Motivation gestern und heute
  • Kompetenzorientierung, langersehnter Paradigmenwechsel oder gefährlicher Irrweg?
  • Sprachliches Wissen versus sprachliche Kompetenz?
  • Evaluierung von sprachlichen Kompetenzen im Sinne des europäischen Referenzrahmens
  • Pisa-Studien, ein Leitbild für den innovativen Sprachunterricht?
  • Grammatik im Fremdsprachenunterricht. Pro oder kontra?
  • Umgekehrtes Klassenzimmer (Flipped Classroom)
  • Deutschunterrichten mit modernen Technologien, wie und zu welchem Zweck?
  • Fremdsprachenlehrerausbildung attraktiver machen
  • Neue Lehrwerke, neue Unterrichtsmaterialien… neue Wege?

Sektion C: Interdisziplinäre Arbeitskreise

AK 7: Diskursive Zusammenhänge

Dr. Bettina Bock (Jena)

Dr. Kristina Manerova (St. Peterburg)

Der Arbeitskreis „Diskursive Zusammenhänge“ bietet allen an Fragen des Diskurses Interessierten Gelegenheit zur Diskussion. Das Thema ist dabei bewusst allgemein gehalten, da Diskurs aus dem Blickwinkel ganz verschiedener Disziplinen gesehen werden kann. Von besonderem Interesse sind aus unserer Sicht folgende Fragen:

  • Methoden der Diskursanalyse
  • Diskurs in historischer Perspektive
  • Diskurs in vergleichender Perspektive
  • Diskurs und Semantik
  • Diskurs und Multimedia.
AK 8: Übersetzungswissenschaften und Literatur

Yasmin Hoffmann, Université Paul Valéry Montpellier3

 

AK 9: Theolinguistik
  • Prof. Dr. habil. Albrecht Greule (Universität Regensburg), albrecht.greule@mailrgb.de
  • Dr. theol. habil., Dr. phil. Elżbieta Kucharska-Dreiß (Akademische Verlagsoffizin Bauer & Raspe), e.kucharska-dreiss@wp.pl

Thematischer Schwerpunkt: Über Andersgläubige sprechen und schreiben

Alles, was anders ist als das, was man selbst kennt, (vor-)lebt, praktiziert etc., empfindet man bis zu einem gewissen Grade als fremd. Auch den anderen Glauben. Und im Grunde genommen ist es zweitrangig, ob es sich dabei um eine andere Religion oder nur um eine andere Glaubensrichtung innerhalb der gleichen Religion handelt.

Es ist bekannt, dass das Fremde faszinieren kann und dass es immer (wieder) Zeiten und Regionen gab, in denen ein friedliches Miteinander mehrerer Glaubensgemeinschaften möglich war. Zudem ist es bemerkenswert und erfreulich, dass der ökumenische und der interreligiöse Dialog heutzutage wohl intensiver geführt werden, als je zuvor. Es gibt in der Menschheitsgeschichte aber auch genügend Beispiele dafür, dass Fremdes (und Fremde, darunter auch Andersgläubige) zur Zielscheibe destruktiver Emotionen und Handlungen werden.

Im Arbeitskreis Theolinguistik wollen wir daher diesmal die Art und Weise unter die Lupe nehmen, wie über Andersgläubige gesprochen/geschrieben wurde und wird. Wir freuen uns sowohl auf solche Analysen, die punktuelle Bestandsaufnahmen bieten, als auch auf solche, die zu zeigen versuchen, inwiefern sich dieses Sprechen und Schreiben im Laufe der Zeit verändert haben.

Bewusst verzichten wir auf zeitliche, geographische, weltanschauliche etc. Ausschlusskriterien und nehmen gerne in Kauf, dass die Zusammensetzung der Gruppe, die wir mit ‚Andersgläubige‘ bezeichnen, je nach Forschungsperspektive (christlich, muslimisch, jüdisch, buddhistisch; katholisch, evangelisch; sunnitisch, schiitisch; nicht zuletzt atheistisch – um nur einige Beispiele zu nennen) erheblich variieren wird. Das kann unsere Sektionsarbeit nur noch spannender machen.

Die Publikation der Beiträge aus dem AK Theolinguistik erfolgt – wie auch schon in vergangenen Jahren – in der Reihe „Theolinguistica“ (für genauere Informationen zu der Reihe vgl. www.theolinguistik.de oder www.theolinguistik.net).

Sektion D: Allgemeine Sektion

In dieser Sektion können Beitragsvorschläge berücksichtigt werden, die in den oben gelisteten Arbeitskreisen keine thematische Zuordnung finden.

Sektion E: Nachwuchsförderung

AK 10: Modul für Nachwuchswissenschaftler*innen

Katharina Mucha, Université Sorbonne Nouvelle

Martin Kümmel, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Das Modul „Internationale Netzwerkbildung von Nachwuchswissenschaftler/innen 2018 (GeSuS)“ soll der Netzwerkbildung & dem Erfahrungsaustausch von Nachwuchswissenschaftler/innen der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften dienen.

Wir bitten bei Interesse um aktive Mitgestaltung und Einsendung von Abstracts zu einem der folgenden Sektionen:

Sektion I – Wer forscht wozu? (Interdisziplinäre) Forschungsthemen: Netzwerkbildung

  • Welche Forschungsthemen sind gerade verschiedenorts auf dem Markt?
  • Kann man sich zusammenschließen und Daten, erste Ergebnisse, Ansätze für gemeinsame Publikationen/ Vorträge austauschen?
  • Gibt es Möglichkeiten der gemeinsamen Publikation in Zeitschriften?
  • Gibt es Möglichkeiten für gemeinsame Teil-Projektbildungen/ -anträge?

Sektion II – Forschung A: Methoden, Datenbanken & Tools

  • Austausch über Methoden
  • Welche Datenbanken werden genutzt? Hat man Zugang zu den Datenbanken? Wie arbeitet man mit Datenbanken?
  • Welche Tools gibt es? Wie arbeitet man mit den entsprechenden Tools?
  • Erfahrungsaustausch

Sektion III – Forschung B: Betreuungssituation & Qualifikationsarbeiten – Kriterien & Erfahrungsaustausch

  • Unter welchen Bedingungen werden Qualifikationsarbeiten angefertigt? Stipendium, Mitarbeiterstelle, Projektstelle?
  • Wie umfangreich und auf welche Art erfolgt die Betreuung?
  • Wie viel Zeit wird für die Arbeit an Qualifikationsarbeiten und eigenen Projekten (Forschung und/oder Lehre) gegeben?
  • Welche Kriterien werden an Qualifikationsarbeiten gelegt?
  • Wo sollten Qualifikationsarbeiten veröffentlicht werden?
  • Welche Erfahrungen gibt es mit Einreichungen von Artikeln bei Zeitschriften und mit Review-Prozessen?

Sektion IV – Survival Training für Doktorand/innen und Postdocs: Stipendien, eigene Stellen, Projektanträge, Ausland, Motivation

  • Was ist wichtig in der Phase der Promotion? Was ist wichtig in der Postdoc-Phase?
  • Was für Stipendienmöglichkeiten gibt es?
  • Wo/ wie kann ich mir eine eigene Stelle verschaffen?
  • Wie schreibe ich einen Projektantrag?
  • Wie netzwerke ich erfolgreich?
  • Wie wichtig und sinnvoll sind Auslandsaufenthalte?
  • Wie sorge ich für eine gute Work-Life-Balance?
  • Was für Entspannungsstrategien gibt es und wie kann ich sie sinnvoll in meinen Arbeitsalltag einbauen?

Die Abstracts (und Vorträge) mögen folgendermaßen orientiert und können in englischer oder deutscher Sprache verfasst sein:

Abstracts (max. 300 Wörter + 5 Literaturangaben oder Links) für Präsentationen mit einer Vortragsdauer von max. 20 Minuten (inkl. Diskussion) (und maximal 10 Folien), in denen

  1. theoretische Grundlegungen und Arbeitsmaterial von Promotions- und Habilitationsvorhaben vorgestellt werden. Von besonderem Interesse können hierbei Forschungsansätze, die inter-/transdisziplinär und/oder kognitiv ausgerich­tet sind,
  2. methodische Vorgehensweisen vorgestellt werden. Von besonderem Interesse können hierbei Verknüpfungen von quantitativen und qualitativen Methoden sowie inter- und transdisziplinäre Ansätze,
  3. Erfahrungswerte zu einem oder mehreren der in Sektion III angebenen Bereiche präsentiert werden,
  4. Strategien zum Survival Training von (Post-)Doktorand/innen vorgestellt werden.

Kontakt:

Dr. Katharina Mucha (Université Sorbonne Nouvelle Paris 3/Universität Paderborn). Bitte senden Sie Ihre Abstracts an katharina.mucha@upb.de.

Für organisatorische Fragen, Vorschläge weiterer Themen zur Diskussion u. Ä. wenden Sie sich bitte an die Adresse nachwuchsfoerderung@gesus-info.de .

NachwuchswissenschaftlerInnen, die im Rahmen dieser Sektion einen Vortrag zu ihrem Forschungsthema präsentieren wollen, schicken zusammen mit ihrer Tagungsanmeldung bitte zusätzlich ein Abstract an gesus2018montpellier@gmail.com .

Vielen Dank!

 

Module for Young Researchers (GeSuS 2018)                          

The module “Young Researchers’ International Networking 2018 (GeSuS)” aims to build up a network and to share experiences between young researchers of Literary, Linguistic, and Cultural Studies.

If you are interested in participating actively, please submit an abstract to one of the following sections:

Section I – What is your research about? (Inter-/transdisciplinary) research topics: network formation

  • Which research topics are currently on the market?
  • What about merging and exchanging data, first results, approaches for joint publications/talks?
  • Are there ways of working together regarding publications in journals?
  • What about joint applications concerning the financial support of projects?

Section II – Research A: Methods, Databases & Tools

  • Exchange of methods/ methodology
  • Which databases do you use? Do you have access to the databases that you need? How to work with these databases?
  • What tools are there? How to work with these tools?
  • Exchange of experiences

Section III – Research B: Working situations & thesis – Criteria & exchange of experiences

  • Under which conditions do you work on your thesis? Dou you receive a PhD grant, or do you have a research position?
  • How extensively and in which ways does your supervisor support your research?
  • How much time do you spend on working on your thesis and your own projects (research and/or teaching)?
  • Which criteria does your supervisor apply when evaluating your thesis?
  • Where do you want to publish your thesis?
  • What experiences do you have with submitting articles to journals and with the journals’ review processes?

Section IV – Survival training for doctoral students and postdocs: scholarships, own positions, project applications, stays abroad, motivation

  • What is important for you for the period of writing your thesis? What is important for the postdoc phase?
  • Where to apply for scholarships?
  • Where and how can I create my own job to join a university?
  • How do I write a project application?
  • How do I network successfully?
  • How important and useful is staying abroad?
  • How do I ensure a good work-life balance?
  • What kind of relaxation strategies are there and how to embed them in my workday?

Abstracts (and talks) can be submitted in English or German and should apply to the following criteria: Abstracts of a maximal 300 words + 5 references or links for a presentation of max. 20 minutes (including discussion) (and a maximum of 10 slides) should give an overview on

  1. the theoretical foundations and material of your projects. Research approaches that are inter-/transdisciplinary orientated and/or cognitively founded can be of particular interest;
  2. the methodological approaches: The concatenation of quantitative and qualitative-hermeneutical methods, experimental methods as well as inter-/and transdisciplinary approaches can be of special interest;
  3. your experiences with one or more subjects presented in section III;
  4. the strategies of your personal survival training.

Contact: Dr. Katharina Mucha (Université Sorbonne Nouvelle Paris 3/ Universität Paderborn). Please submit your abstract to katharina.mucha@upb.de. Thank you very much!